Singen mit dem Grundton

Um die fundamentale Kraft des persönlichen Grundtons in seine Wirkkraft zu bringen, steht der Sonologie ein breites Spektrum verschiedenster Übungen zur Verfügung. Der Sonologe wählt daraus je nach Bedarf aus und vermittelt diese Übungen dann als Hilfe zur Selbsthilfe.

Technisch gesehen werden die im Stimmapparat hergestellten Töne innerhalb des Körpers an die genau definierten Stellen ihrer Resonanz geführt und versetzen sie in Schwingung. Auf diese Weise fließt nicht nur vermehrt Lebensenergie zu den entsprechenden Organen. Das Singen hilft gleichzeitig bei der Verwandlung unbewältigter Erlebnisse und negativer Emotionen, die als Information in den Organen gespeichert sind. Deren tiefgehende und dauerhafte Verwandlung erfordert allerdings Durchhaltevermögen. Die sonologischen Übungen dauern zwar nur wenige Minuten, sollten aber mehrmals am Tag und über einen längeren Zeitraum hinweg gesungen werden.

Grundtonübung: Diese Basisübung ist der Einstieg in die Singübungen mit dem Grundton und macht die Kraft des persönlichen Grundtons unmittelbar erfahrbar. Sie besteht aus vier Teilen und vermag alle diejenigen auszurichten und zu zentrieren, die nicht in der Kraft ihres Tons schwingen. Wer bereits einen guten Kontakt zu sich selbst hat, erhält durch sie zusätzliche Stabilität und Sicherheit für den Alltag. Außerdem begünstigt sie eine gute geistige Entwicklung. Ich empfehle den knapp zehnminütigen Ablauf täglich einmal zu tönen.

Skalen: Im Falle eines spezifischen Problems im körperlichen, emotionalen oder mentalen Bereich werden mehrere Töne zu kurzen Tonfolgen oder Melodien geformt. Deren Struktur bildet das musikalische Äquivalent zu Ihrer derzeitigen Situation und besitzt die Kraft, Resonanz für die Lösung Ihres Konflikts zu schaffen. Ausgangspunkt bilden die 72 Ragas der südindischen Musik. Das Singen von Skalen braucht etwas mehr musikalisches Verständnis, ist aber mit etwas Stimmtraining für die meisten Menschen gut ausführbar. Keine Übungen für Menschen ohne Geduld: bei besonders tiefsitzenden und hartnäckigen Schwierigkeiten kann es erforderlich sein, eine Übung über viele Monate hindurch zu singen, bis eine Veränderung nachhaltig spürbar wird.

Rhythmus: Ein besonderes Mittel der Sonologie mit einem Anwendungsgebiet vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch für Menschen die nicht so gut singen können. Sehr effektiv zeigt sich die Kraft rhythmischer Übungen auch bei Menschen, die von beherrschenden mentalen Problemen geplagt sind. Sie schaffen es, das Gemüt in einen ausgeglichenen Zustand zu versetzen. Da es sich hierbei um eine rhythmische Schulung handelt, ist ein regelmäßiger Besuch beim Sonologen wichtig, vergleichbar mit einem Besuch beim Gesangs- oder Nachhilfelehrer.

Mentale Übungen: Dies sind keine Singübungen, sondern es handelt sich um vorgegebene Bildsequenzen, die auf Anleitung vor dem inneren Auge ablaufen. Sie knüpfen an die Visualisationsübungen vieler anderer Therapien an, beispielsweise die von Phyllis Krystal. Die mentalen Übungen von Vemu Mukunda unterstützen die Wirkung der Singübungen, schützen und stabilisieren, und fördern die innere Reinheit und Leuchtkraft der Persönlichkeit. Man kann sie jederzeit selbst durchführen, je nach Bedarf ein- oder mehrmals täglich.

Obwohl der gesungene Ton ein sehr kraftvolles Mittel ist, gilt für ihn dasselbe wie für alle anderen Formen medizinischer oder energetischer Behandlung: die Bemühung des Einzelnen um seine Gesundheit ist unverzichtbar, aber eine Erfolgsgarantie kann auch die Sonologie nicht geben. Eine Gesundung hängt von vielen Faktoren ab und erfordert eine tiefgreifende Verwandlung auf allen Ebenen des Menschlichen. Nicht zuletzt spielen noch übergeordnete Gesetzmäßigkeiten hinein, in die wir keinen Einblick haben, und die wir auch mit dem gesungenen Ton nicht beeinflussen können.

Der Ton kann nicht zwingen, was nicht vorgesehen ist.

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