Der persönliche Grundton (mehr)

In vielen Heiligen Schriften und Schöpfungsmythen wird der Urimpuls, der den Beginn des Schöpfungsvorgangs markiert, als ein tonales Ereignis beschrieben. Wer diesen Gedanken weiter denkt, kann zu der Überzeugung kommen, dass man die Kraft „Ton“ als Ursache für die Existenz aller erschaffenen Welten bezeichnen kann. Das hieße aber auch, dass diese Kraft den gesamten Kosmos durchdringt und man alles Existierende auf seine jeweilige Grundfrequenz zurückführen kann.

Für uns Menschen bedeutet dies, dass auch wir auf einen Ton gestimmt sind. Diese tonale Basis ist für jeden Menschen eine fundamentale Kraft. Durch sie ist er in die Schöpfung eingebunden, sie bedeutet ihm Ursprung, Heimat, Selbst, Quelle. In unserem heutigen westlichen Tonsystem unterscheiden wir zwischen zwölf verschiedenen Tonhöhen. Jede kommt als möglicher Grundton für eine Persönlichkeit in Frage.

Während einer Grundtonbestimmung wird dieser Ton ermittelt. Hat sich der Grundton gezeigt, gibt er Auskunft über die in der Grundtonalität angelegten besonderen Fähigkeiten und Eigenschaften, Stärken und Anlagen. Er offenbart aber auch die jeder tonalen Struktur innewohnenden Schwächen und Gefahren. Durch das Singen des persönlichen Grundtons wird seine ordnende und verwandelnde Kraft aktiviert. Dieser Ton führt uns direkt zu uns Selbst und erschließt unser gesamtes Potential.

Nur indem das individuelle Einzelwesen sich auf das bezieht und das verlebendigt, worauf es in Resonanz abgestimmt und wozu es be-rufen ist, worin daher auch seine Be-Stimmung liegt, kann es wieder in Über-ein-stimmung, in einen Ein-Klang mit dem Ganzen gelangen und nun, frei von Ver-Stimmungen den richtigen Ton treffend, in der Symphonie des Lebens und des Alls stimmig mitspielen.

Alexander Lauterwasser